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Rektor Peter Hauck und sein Kollegium

kennen die Situation eigentlich. Kinder im

schulpflichtigen Alter kommen schon seit

vielen Jahren aus den unterschiedlichsten

Gründen aus vielen Ländern der Welt mit

ihren Eltern nach Meckenheim, meistens

aufgrund des Arbeitsplatzes eines Eltern-

teils. Da in Deutschland Schulpflicht bis

zum 18. Lebensjahr besteht, werden diese

Schüler, die zwischen zehn und 18 Jahren

alt sind und kein Deutsch können, dann in

der Geschwister-Scholl-Hauptschule be-

schult. Einzelne Schüler wurden früher in

die Regelklassen integriert, bekamen aber

von speziell ausgebildeten Lehrern mit der

„DaZ“-Qualifikation (Deutsch als Zweitspra-

che) Förderunterricht, um schnell am nor-

malen Unterricht teilnehmen zu können.

Zum Schuljahresbeginn 2014/15 setzte dann

die Entwicklung ein, die nicht nur in der

Schullandschaft für große Veränderungen

sorgt. Fünf Kinder aus Flüchtlingsfamilien

kamen im September 2014 als Schüler an

den Campus, schon im Oktober/November

war Peter Hauck und seinem Kollegium klar:

„Dabei wird es nicht bleiben, wir müssen ei-

nen Plan erarbeiten, wie wir den vielen zu

erwartenden internationalen Schülern ge-

recht werden können.“ Klar war aber auch:

„Wir machen das! Wer sonst, wenn nicht

wir?“ Bis zu den Sommerferien war die Zahl

der Schüler in der internationalen Förder-

klasse auf 21 angestiegen, mittlerweile sind

es 35 (Stand: Redaktionsschluss) die bald in

drei Klassen unterrichtet werden – Tendenz

steigend. 35 Schüler, das bedeutet, dass Kin-

der, Pubertierende und junge Erwachsene

mit unterschiedlicher Vorbildung vom Anal-

phabeten bis zum Gymnasiasten zusammen

lernen sollen. Auch auf drei Klassen aufge-

teilt bleiben die Klassen sehr heterogene

Gruppen. „Eigentlich müssen wir jeden der

Schüler individuell mit Aufgaben versorgen

und betreuen“, sagt Lehrerin Hille Enkler, die

die Förderklassen von Anfang an betreut.

Um die individuelle Betreuung so gut wie

möglich leisten zu können, gehören zu ih-

rem Team zur Zeit neben Lehrerin Eva Schä-

fer noch einige Honorarkräfte. Lehramtsstu-

denten oder Uni-Absolventen, die gerade

erst abgeschlossen haben und die dann vor

Ort noch auf die besonderen Aufgaben vor-

bereitet werden. Finanziert werden diese

Kräfte über den Spendentopf, der der Schule

zur Verfügung steht und über das vergange-

ne Jahr von gemeinnützigen Institutionen

wie der Awo, Kaleidoskop, der Bürgerstif-

tung, der evangelischen Kirchengemeinde,

dem Lions Club Meckenheim-Wachtberg und

vielen privaten Spendern mit 14.000 Euro

gefüllt wurde. „Allerdings reicht dieses Geld

nur noch bis Dezember – dann wäre der Topf

leer und wir wissen nicht, wie es dann wei-

tergehen soll“, erklärt Peter Hauck. „Es ist

aber toll, welche unglaubliche Hilfsbereit-

schaft in der Meckenheimer Bevölkerung

vorhanden ist“, ist sich der Schulleiter mit

Hille Enkler einig. Viele Ehrenamtler habe

sich schon über den Freiwilligendienst OASE

gemeldet und helfen, genau angeleitet von

den Lehrkräften, in der Förderklasse mit.

Aber der Mangel an Lehrkräften, auf den

„Sechs Wochen Ferien sind zu lang“

Internationale Förderklassen an der

Geschwister-Scholl-Hauptschule

Lehrerin Hille Enkler und Rektor Peter Hauck von der Geschwister-Scholl-Hauptschule

haben die Herausforderung der stetig steigenden Schülerzahl in den Förderklassen

angenommen und können auf ein großes Netzwerk privater Helfer zurückgreifen,

um den neuen Schülern eine Zukunft zu ermöglichen.

E N GAG I E R T E MEC K E NH E I ME R

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Foto: Sabine Dedek